„Pony Show" (Deutschlandpremiere) - Elbphilharmonie - Großer Saal
Lesung und moderiertes Gespräch
präsentiert von Thalia
Warum interessiert sich ausgerechnet die renommierte Autorin und Verfassungsrichterin Juli Zeh für eine boulevardtaugliche Loverboy-Geschichte? Und was macht diesen Fall weit über seinen skandalträchtigen Kern hinaus interessant? Und warum interessieren wir uns so für dieses Buch?
Weil sich die Öffentlichkeit - wie die Autorin Juli Zeh - für die Geschichte hinter der Geschichte interessiert und für die Frage, ob Gerichtsprozesse und/oder deren mediale Diskussion in der Lage sind, eines der höchsten Güter, die WAHRHEIT, ans Tageslicht zu fördern. Denn wir alle hängen an der Idee, dass es als Lebenskompass eine Wahrheit geben können müsste.
Der von Juli Zeh konstruierte Fall ist so schlicht wie simpel: Eine verheiratete, erfolgreiche Unternehmerin wird mit einer Pistole aufgegriffen und verdächtigt, ihren fünfundzwanzig Jahre jüngeren Mitarbeiter und angeblichen Lover umgebracht zu haben: MORDVERDACHT. Der Fall landet vor dem Hamburger Landgericht und entwickelt sich zu einem medialen Ereignis, das die Öffentlichkeit spaltet: Aha, Frauen agieren, einmal in Machtpositionen geraten, genauso toxisch wie Männer?
Der juristische Prozess und die mediale Begleitmusik, die eigentlich der Wahrheitsfindung dienen sollen, drohen, sich zum Gegenteil zu entwickeln, die Wahrheit zu verdrehen und zu verdecken.
Was aber passiert mit unserem ethischen Kompass, wenn die Wahrheit nicht ans Licht kommt? Was passiert, wenn die Medien als vierte Gewalt im Staat die Judikative aushebeln, selbst Wahrheitsfindung betreiben, aber in Wahrheit genau die Wahrheit, die sie aufzudecken hoffen, nur manipulieren?
So wird das Justizdrama zum Spiegel einer Gesellschaft, die in Zeiten von Fake News um ihr Verhältnis zur WAHRHEIT ringt, um den nicht verhandelbaren Kern also.
Dass das von Juli Zeh beschriebene Justizdrama ausgerechnet in Hamburg verhandelt wird, einer Stadt also, in der ein spektakulärer Prozess seit über einem Jahr medienöffentlich stattfindet, ist vielleicht Zufall, oder auch nicht …
Juli Zeh ist eine der streitbarsten und vielfältigsten, mit zahlreichen hohen Literaturpreisen ausgezeichneten Autorinnen der deutschen Gegenwartsliteratur. Aber nicht nur das: Sie engagiert sich immer wieder gesellschaftspolitisch: sei es zu Fragen des Schutzes von Bürgerrechten gegenüber staatlichem Zugriff (sie bezweifelt die Legitimität biometrischer Pässe oder Fingerabdrücke), sei es in offenen Briefen zum Ukrainekrieg (gegen die Lieferung von Waffen an die Ukraine). Zugleich schreibt sie Gesellschaftspanoramen zum Leben in der ostdeutschen Provinz nach der Wende. Welche Kraft ihre Literatur hat, erwies sich erst unlängst bei der renommierten Leipziger Buchmesse. Dort las man in einem 18-stündigen Lesemarathon ihren Roman „Unterleuten“.
Juli Zeh ist promovierte Juristin, Verfassungsrichterin, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet und u. a. durch ihre Romane „Unterleuten“ (2016), „Leere Herzen“ (2017) und „Über Menschen“ (2021) bekannt.
Ermäßigung
Schwerbeschädigte mit B im Ausweis zahlen den Normalpreis, Begleitpersonen erhalten freien Eintritt. Tickets für Schwerbeschädigte mit B im Ausweis sowie für Rollstuhlfahrer sind nur per Mail an kontakt@harbourfront-hamburg.com erhältlich.
Zusätzliche Informationen
Einlass Foyer: 19:00 Uhr / Einlass Saal: 19:30 Uhr
Termine „Pony Show" (Deutschlandpremiere)
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